Leadership Moments: Betty

5 Min Lesedauer Karrierewege & Jobs bei P&C

We lead by example: Führung und Vereinbarkeit bewusst gestalten

Führung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Für Ergebnisse ebenso wie für Menschen und ihre unterschiedlichen Lebensphasen. Das Leadership Principle „We lead by example“ steht genau dafür: durch das eigene Handeln Orientierung zu geben, Offenheit zu schaffen und Vertrauen zu ermöglichen. Gerade beim Thema Vereinbarkeit zeigt sich, dass es keine allgemeingültige Ideallösung gibt. Jede Lebenssituation ist individuell. Entscheidend ist, ins Gespräch zu kommen, Erwartungen transparent zu machen und auch Ängste, Sorgen sowie persönliche Ambitionen offen zu teilen.

Im folgenden Interview gibt Betty, General Sales Managerin, einen persönlichen Einblick in ihre Rückkehr aus dem Mutterschutz und zeigt, wie Führung, Familie und persönliche Bedürfnisse in einer individuellen Balance zusammenfinden können.

Wie hast du die Zeit im Mutterschutz erlebt und mit welchem Gefühl bist du in deine Rolle als GSM zurückgekehrt?

Meine Zeit während dem Mutterschutz war natürlich von ganz anderen Themen geprägt. Ich muss zugeben, meine Gedanken waren zu der Zeit selten bei P&C – umso aufgeregter war ich, als ich nach ca. 1,5 Jahren zurückgekehrt bin. Ich dachte, ich muss komplett von vorne anfangen und werde 1000 Fragen haben, allerdings bin ich sehr schnell wieder reingekommen. Natürlich war der Support meiner Kollegen auch eine große Unterstützung für mich. Ich denke schlussendlich ist es wie Fahrradfahren – wenn man schon über 10 Jahre im Unternehmen ist, kommt man schnell wieder rein.

Inwiefern hat die Mutterschaft deine Prioritäten oder deinen Führungsstil beeinflusst?

Natürlich haben sich meine Prioritäten verändert und eine weitere, die Familie, ist dazu gekommen. Ich versuche dadurch immer abzuwägen, welche To do jetzt die wichtigste ist und meine Zeit bekommt. Grundsätzlich denkt man bei Müttern in Führungspositionen wahrscheinlich erstmal an Empathie und Einfühlungsvermögen – das ist auch richtig, war mir aber auch vor meiner Elternzeit schon Bestandteil meines Führungsstils. Ich denke, ich habe als Mama gelernt, schneller Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden. Stressige Situationen bringen mich nicht mehr so schnell aus meinem Gleichgewicht.

Du hast deine Teilzeit bewusst ausgeweitet, weil du als GSM gebraucht wirst – wie kam es zu dieser Entscheidung?

Der Job als GSM ist anspruchsvoll, keine Frage, und ich habe schnell gesehen, dass ich mehr Zeit benötige, um auch nach der Arbeit den Kopf wirklich frei zu haben. Die Stundenerhöhung und die damit benötigte Flexibilität haben mir die Möglichkeit gegeben, in arbeitsreichen Wochen doch nochmal den einen oder anderen Tag bis 20 Uhr in der Filiale zu bleiben. Ich bin fünf Tage die Woche im Haus und genau das war mir immer wichtig – jeden Tag erreichbar für mein Team zu sein. Dennoch würde ich sagen, dass Präsenz nicht abhängig von Stunden ist, sondern von Haltung, Aufmerksamkeit und echter Verbindlichkeit.

Wie hast du die Unterstützung durch dein Umfeld (Team, Führungsebene, Organisation) erlebt?

Durchgehend positiv! Ich bin meinem Team sehr dankbar, dass ich mich nicht rechtfertigen muss, wenn ich dann doch pünktlich um 16 Uhr bei der Kita sein möchte. Ich denke, es ist aber auch ein wichtiger Schritt, den wir gehen müssen, um somit ganz vielen anderen Frauen in Führungspositionen aufzuzeigen, dass beides möglich ist. Auch Mitarbeiterinnen in meiner Filiale spiegeln mir das und freuen sich sehr, dass wir uns in diese Richtung entwickelt haben.

Was braucht es aus deiner Sicht, damit Vereinbarkeit in Führungsrollen wirklich gelebt werden kann und nicht nur ein Schlagwort bleibt?

Vertrauen, Flexibilität und Verständnis. Ich denke, es ist absolut machbar – nur jeder muss seinen eigenen Weg finden. Dafür muss man Wünsche äußern und kreativ werden dürfen.

Wie schaffst du es, neben deiner Rolle als Mutter und GSM auch Raum für dich als Privatperson zu behalten?

Wenn ich ehrlich bin, ist da aktuell wenig Zeit für mich als Privatperson. Aber das ist auch okay, denn es ist eine aktuelle Phase und wahrscheinlich sieht es in ein paar Jahren schon ganz anders aus. Dennoch versuche ich natürlich auch Zeiträume mit meinem Mann und Freunden zu finden, bei denen man mal nicht über Kinder oder die Arbeit spricht.

Das Interview macht deutlich: Vereinbarkeit ist keine feste Formel, sondern eine persönliche Ermessensentscheidung, die sich mit Lebensphasen verändert. Entscheidend ist der Mut, darüber zu sprechen, offen, ehrlich und auf Augenhöhe. Indem Betty ihre Bedürfnisse klar kommuniziert, Verantwortung übernimmt und gleichzeitig Raum für Flexibilität schafft, lebt sie das Leadership Principle „We lead by example“ vor. Sie zeigt, dass Führung dann besonders wirksam ist, wenn Vertrauen, Dialog und gegenseitiges Verständnis die Grundlage bilden. So entsteht ein Umfeld, in dem individuelle Wege möglich sind und gemeinsames Wachstum gefördert wird.

Hier erfährst du noch mehr über unsere Werte und weitere Leadership Principles.

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